Sonntagsfall

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Diese Brücke (13,12 – – 22,23) hatten wir in 1991 eingegliedert. Im selben Jahr war es in der Folge erheblichen Bruxismus zu einer Keramikfraktur am 23 gekommen. Diese hatten wir – ohne dem Patienten große Hoffnung auf einen Langzeiterfolg zu machen – nur zu seiner Zufriedenheit im Mund mit Kunststoff repariert. Der Patient war dann nicht mehr erschienen, so dass wir dachten, ihn aufgrund dieser Komplikation für unsere Praxis verloren zu haben.

Im August 2008 stellte er sich nach 17 Jahren plötzlich mit obigem Befund wieder vor. Er schwört Stein und Bein, zwischenzeitlich keinen anderen Zahnarzt aufgesucht zu haben. Sehr schön ist zu erkennen, dass die Ränder der Fronatzahnkronen aufgrund der stabilen Verblockung und des tiefen Beschleifens auch nach dieser langen Zeit immer noch nicht freiliegen. Das ist nun keineswegs ein Sonntagsbefund, sondern vielmehr die Regel, wenn man in der Front dergestalt prothetisch versorgt. Dies, obwohl der Patient aufgrund seiner schädlichen Gewohnheiten (siehe Fraktur an 22) den gesamten Kronenblock nach frontal geschoben hat, so dass jetzt keinerlei Approximalkontakt zwischen den Dreiern und den Vierern mehr besteht, sondern vielmehr ein deutlicher Spalt.

In diesen Zusammenhang fügt sich auch die Tatsache, dass sich der Patient nur vorgestellt hat, weil die Brücke zwischen dem Brückenglied 11 und dem Brückenpfeiler 12 komplett durchgebrochen und in der Folge gelockert ist.