Kiefergelenkserkrankungen

Es würde den Rahmen dieser Patienten-Information sicher sprengen, an dieser Stelle eine für alle verständliche Abhandlung über Kiefergelenkserkrankungen zu schreiben.

Nur so viel sei an dieser Stelle gesagt:

“Schlechte Angewohnheiten” wie insbesondere Pressen auf und Knirschen mit den Zähnen sind in ihrer Bedeutung für Schäden im menschlichen Gebiss, die alle Bereiche der Zahnmedizin betreffen, und den daraus zwangsläufig resultierenden Therapieversagern wohl das international am meisten unterschätzte Phänomen der Zahnheilkunde.

Die starke Einbeziehung des Kauorgans in emotionale Prozesse und die Auswirkungen, die sich im wesentlichen an einem unbewussten Spannungsabbau über die Kaumuskulatur manifestieren, werden anhand von Zitaten aus der Literatur und an Redewendungen der Umgangssprache deutlich. So schreibt Goethe am 10. November 1767 in einem Brief, in dem er seine Gefühlsqualen angesichts eines erfolgreichen Nebenbuhlers schildert: “…denn wenn man knirscht, kann man nicht weinen“. Und im alten Testament findet sich der Ausspruch: “…ich bin verstummt und still und schweige der Freuden und muss mein Leid in mich fressen” (Lutherbibel, Psalm David, 39.3).

Der Volksmund spricht von ” jemandem die Zähne zeigen”, “zerknirscht sein”, “verbissen sein”, “Probleme durchkauen”, “Zähne zusammenbeißen und durch”, “sich an etwas festbeißen”, “sich in etwas verbeißen”, und nicht zuletzt vom “ins Gras beißen”. Nicht überraschend ist, dass diese Redewendungen in den meisten Sprachen vorkommen..

Solche Redewendungen sind das Ergebnis Jahrhunderte langer genauer Beobachtungen dessen, was die Menschen mit ihren Zähnen machen und treiben. Wenn man durch „schlechte Gewohnheiten“, zu denen auch das Zungenpressen gehört, entstandene Gebissschäden beobachtet, bilden diese Ausdrücke eine ausgezeichnete Möglichkeit, mit den Patienten ins Gespräch zu kommen und ihnen die Zusammenhänge zu verdeutlichen.

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